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Baudet du Poitou, ein Raseportrait

Zwar sieht man sieh in den Zoo-Sendungen im Fernseher momentan recht häufig, doch wer dann zum ersten Mal live vor einem Baudet du Poitou steht, ist in der Regel beeindruckt von der Grösse und Mächtigkeit dieser Esel. Das hat kaum etwas zu tun mit dem Bild des Eselchens, das man allgemein von dieser Tierart so im Kopf hat. Ihr urchiges Aussehen wird gerade beim braunen Schlag zusätzlich durch die langen, zotteligen Deckhaare, die schon ein wenig an Bob Marley und seine Landsleute erinnern, unterstrichen. Dabei sind die Poitou-Esel gar keine Jamaikaner, sie stammen- wie der Name sagt- aus einer Region in Frankreich, von wo aus auch heute noch die ganze Zucht geregelt wird.

Viele Leute sind zuerst überzeugt, ein Maultier vor sich zu haben oder bringen die Esel mit den schottischen Hochlandrindern in Verbindung. So waren auch mal zwei Spaziergängerinnen überzeugt, sie sähen eine Kreuzung zwischen Pferd und eben dieser Rinderrasse.

Für die Baudets du Poitou besteht bereits seit 1884 ein staatlich anerkanntes Zuchtbuch, in welchem die reinrassigen Tiere als A-Buch-, die nicht reinblütigen, aber zur Zucht zugelassenen Stuten (Hengste müssen, um anerkannt zu werden, immer rassenrein sein), als B-Buch Tiere eingetragen sind. Seit 2007 dürfen keine absolut fremdblütigen Stuten mehr aufgenommen werden. Alle Papiere müssen in Frankreich bestellt werden, wozu auch Blutproben der Eltern wie des Fohlens verlangt werden.

Der Baudet du Poitou ist zwar nicht ganz der grösste, wohl aber der schwerste Esel überhaupt. Er kann ein Stockmass von über 150cm. erreichen und wiegt bis zu 450 kg. Er hat einen mächtigen, lang gezogenen Kopf der von grossen, mit langen Haaren bewachsenen Ohren und oft einem ebenso langen Bart geziert wird. Um Maul und Augen ist das Fell silbergrau mit einem rötlichen Rand, auch die Innenseiten der Oberschenkel und der Bauch sind hellgrau. Der Rest des Pelzes ist rötlich-braun mit langen, meistens verfilzten Zotteln.

Daneben gibt es noch einen schwarzen, kurzhaarigen Schlag, den man weniger kennt.
Aalstrich oder gar Schulterkreuz darf es weder beim rötlich-braunen noch beim schwarzen Schlag geben.
Des Weiteren zeichnet sich der Poitou-Esel durch einen kräftigen Hals, einen langen, geraden Rücken und – vor allem bei den Stuten – leicht hervortretende Hüftknochen aus.
Die Gliedmassen sind stark, mit grossen Gelenken und kräftigen Röhrbeinen, über die Hufe wachsen oft lange Haare.

Das Auskämmen oder gar Scheren des Fells ist bei den meisten Züchtern verpönt, dienen doch die langen Zotteln auch als Schutz gegen Kälte, Schmutz und Nässe. Es gibt immer wieder Leute, die sich am nugepflegten Aussehen unserer Esel stören, dabei kämmen wir die nicht verzottelten Bereiche von Zeit zu Zeit mit einer Bürste aus, schon nr, weil die Tiere das mögen, und weil wir so gut sehen, ob sich nicht etwa Parasiten eingenistet haben.

Poitou-Fohlen haben ein unvergleichlich weiches, samtenes Fell und erinnern mit ihrer Flauschigkeit an ein Plüschtier. Bei der Geburt sind alle schwarz, doch lassen oft leicht goldene Haarspitzen auf eine spätere Langhaarigkeit schliessen.

Erste bildliche Darstellungen des Baudet du Poitou datieren ums Jahr tausend, doch schrieb bereits Plutarch (125-50 v.Chr.), dass die besten Maultiere aus dem Poitou stammen würden, und genau für die Zucht dieser Tiere wurden diese Esel hauptsächlich eingesetzt, daneben wurden sie aber auch für die Feldarbeit, zum Reiten und zum Fahren gebraucht.

Durch die Industrialisierug wurden die Arbeitstiere von den Maschinen verdrängt, und so nahm auch die Zahl der Poitou-Esel bedrohlich ab. 1962 lebten weltweit noch gerade 44 dieser Tere, heute ist der Bestand wieder auf über 700 angewachsen.

Der Baudet du Poitou ist ein sehr ruhiger, sanfter und menschenfreundlicher Esel. Wir durften schon mehrere Male erfahren, dass sich Leute, die sich sonst vor so grossen Tieren eigetlich fürchten, mitten in unserer Herde plötzlich sehr wohl fühlten und sogar die Ruhe, die von diesen Eseln ausgeht, geniessen konnten.

 

 

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Update: 12.02.2009

 
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