Nossob ist unser zweiter Esel. Nachdem ich damals Ovid gekauft hatte, war mir klar, dass ein Esel allein nicht glücklich sein würde, und da ich mich bei Puck auch noch in Nossob verguckt hatte, musste Jürg in den nächsten Ferien gleich mit mir in die Asinerie fahren, auch wenn er den Sinn darin zuerst nicht sehen wollte. Doch kaum stand er inmitten in all diesen Eseln drin, war es auch um ihn geschehen, und so wurde Nossob unser.
Nossob ist sehr verschmust. Schon am Morgen beim Ausmisten ist es für ihn das Höchste, uns den Kopf unter den Armen zu reiben. Wehe, einer der beiden anderen im Stall will auch noch in unsere Nähe kommen, der wird vehement vertrieben.
Wenn Nossob im Stall oder auf der Weide einen Holzstock findet, spielt er damit fast wie ein Hund. Er trägt ihn herum und schlägt ihn immer wieder auf den Boden, und am lustigsten findet er es, wenn einer seiner beiden Halbbrüder das andere Ende des Steckens nimmt umd sie dann eine Art Seilziehen machen.
Nossob ist Juicys erstes Fohlen. Von ihr hat er einige spezielle Eigenarten übernommen. So ist er eher ängstlich und traut sich erst etwas zu tun, wenn er ganz sicher ist, dass ihm dabei nichts passiert. Als Jürg den Wallachen einen zusätzlichen Auslauf gemacht hatte, zudem die Esel nur gelangen können, wenn sie unter einem Dachvorsprung hindurch und über eine dicke, eingemauerte Betonröhre gehen, brauchten sowohl er wie auch Quentin über ein Jahr, bis sie es schafften, während Ovid vom ersten Moment an begriffen hatte, worum es geht.
Auch kann Nossob unmöglich aus dem Brunnen trinken, wie seine Mutter stellt er sich ganz weit vom Wassereimer, der gleich neben dem Brunnen steht, hin, und macht einen ganz langen Hals, um ans Nass heranzukommen, es sieht aus, als hätte er Angst, dass ihn ein Krokodil anspringen könnte.
Nossob ist ein richtiger Kumpel. Er strahlt eine wunderbare Wärme und Freundlichkeit aus.